Letzte Aktualisierung: 13.08.2013 (V 36 4802 von Modellbau Veit im Betrieb)

__________________________________________________________________

Themen auf dieser Seite (von oben nach unten):

Erfahrungen mit Steigungsstrecken-Modulen
Härtetest für die Glöckner-Weiche

Die V 36 4802 von Modellbau Veit im Betriebsalltag
__________________________________________________________________

Wie sieht die Karriere eines "normalen" Modellbahners aus? Er tüftelt vor sich hin, tauscht sich selten aus, probiert dies und jenes - und zahlt viel Lehrgeld, ideell und finanziell, weil seine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Schlimmstenfalls veranlasst ihn das zur Hobbyaufgabe.

Was man von welchen Modellen erwarten kann, welche Probleme wie gemeistert werden können, wo Fallen lauern - die eine oder andere Information soll Ihnen diese Rubrik vermitteln, ehrlich und ohne Rücksichtnahme auf Herstellerinteressen. Von Fall zu Fall werde ich veröffentlichen, was mir geeignet erscheint, Ihnen frustrierende Umwege zu Ihrem Ziel zu ersparen: einer gut funktionierenden und Sie befriedigenden Modellbahn.

Die ersten Notizen stammen von der Teilnahme an der "Faszination Modellbau Karlsruhe 2011", die vor wenigen Tagen Ihre Tore schloss.



Vorab ein Eindruck vom 20 x 6 m großen Messestand des Team 750 am Ende eines Ausstellungstages

Das Panorama entstand aus mehreren digital zusammengeschnittenen Aufnahmen aus rund fünf Metern Höhe. Die noch junge Firma AERO-SÜDWEST Hochbildtechnik, Kanalstraße 8, 76437 Rastatt, bietet solche An-, Aus- und Einblicke gegen moderates Entgelt auch von Ihrem Messestand oder Ihrem Unternehmen an.

Erfahrenswertes über die bei der Austellung eingesetzte Technik, einige eingesetzte Fahrzeuge und die Antworten auf die von den Besuchern meistgestellten Fragen machen hier den Anfang, einige bisher in anderen Rubriken eingestellte Berichte werden hierher umbeheimatet werden.

__________________________________________________________________


Erfahrungen des Team 750 mit seinen Steigungsstrecken-Modulen

Bei sieben großen Ausstellungsanlagen seit Mai 2005 haben sich die Steigungsstrecken-Module sowohl in optischer als auch in betrieblicher Hinsicht durchweg bewährt. Unfälle mit Fahrzeugabstürzen auf den Fußboden – eine unserer größten Sorgen vorab - waren bisher nicht zu verzeichnen.
 
Bei jeder Veranstaltung wurde der gesamte Steigungsbereich (mittlerweile rund 25 m Streckenlänge) mit allem eingesetzten Rollmaterial befahren – einschließlich Dreiachsern, Rollböcken und Rollwagen. Dabei waren die Güterwagen, auch die aufgebockten, zum Teil beladen (Sand!). Die Strecke war stets, gleich in welcher Konstellation, betriebssicher.

Durch unzureichend justierte Kupplungen kam es hin und wieder zu Zugtrennungen auch auf der Steigungsstrecke. Abgekuppelte Wagen oder Wagengruppen liefen entgleisungsfrei mit hoher Geschwindigkeit die Steigungsstrecke hinab bis weit in die Ebene – auch durch Kurvenkombinationen aller Art. Diese Aussage gilt ausdrücklich auch für Rollbock-Garnituren. Allerdings dürfen solche entlaufenen Wagen wohl nicht von Hand abgefangen werden oder auf andere Fahrzeuge auflaufen: Unserer Einschätzung nach führt dies sicher zum Entgleisen und zum Herunterfallen des Rollmaterials.


Die Wahl der recht bescheiden anmutenden Steigung von 2,4% erwies sich in praxi als völlig richtig. Einerseits nimmt das menschliche Auge deutlich 'Steigung' wahr, andererseits lassen sich noch 20-Achsen-Züge ohne Vorspannfahren – hinreichend starke und schwere Lokomotiven vorausgesetzt. Versuche zeigten, dass bei 3% Steigung die zuverlässig förderbare Zuglänge um fast 50% geringer war, bei 4% kamen selbst Personenzüge mit vier BEMO-Zweiachsern in den Kurven – hier addieren sich die hemmenden Kräfte aus Schwerkraft und Reibung im Gleisbogen – oft in Not. Dies liegt sicher an den relativ geringen Reibungsgewichten der H0e-Lokomotiven. Wer mehr Steigung will, sollte seinen Verkehr mit Schlepptriebwagen abwickeln. Sie sind von Haus aus schwerer, und bei ihnen lässt sich im Bedarfsfall am ehesten zusätzlicher Ballast unterbringen.

Möglicherweise sind die Zugkraftverhältnisse bei einer stationären Anlage mit sauberst eingestellter Steigung und größeren Kurvenradien (FREMO: mindestens 700 mm in der Ebene!) geringfügig besser. Dies allerdings um den Preis nicht freizügig veränderbarer Streckenführung...

Als gute Steilstrecken-Lokomotiven haben sich übrigens im Analogbetrieb die III K, IV K, Tssd und V51/52 von BEMO ausgezeichnet, die ihrem Vorbild an Leistungsvermögen (umgerechnet) deutlich überlegen waren.

Nach dem Einbau von Digitaldecodern im Jahr 2010 machten uns die Dieselmaschinen zunächst Probleme, mancher Decoder musste den Einsatz mit dem Leben bezahlen: Der in den Lokomotiven verbaute Motor ist ein Dreipoler mit hohem Rastmoment, dessen Konstruktion aus den 1970er Jahren stammt, und er verlangt einen sehr hohen Strom, dem die zunächst eingesetzten kleinen Decoder mit 0,8 A Belastbarkeit nicht gewachsen waren. Lediglich eine auf Faulhaber-Antrieb umgerüstete Lok bewährte sich weiterhin klaglos – am Getriebe konnte es also nicht liegen. Mittlerweile fahren die formschönen Maschinen mit 1,1-A-Decodern und Originalmotoren, und sie haben ihre alte Steilstreckenqualität wiedergewonnen. Die Dampfloks dagegen kommen hervorragend mit den kleinen Decodern zurecht.

 
Rollbockzug zu Tal:
 
Szene aus dem Ausstellungsbetrieb in Stuttgart 2005 mit zum Teil noch recht unfertigen Steigungsmodulen
 


 
Nochmals eine 2005er Szene aus Stuttgart:
V 51 befördert den P 61 bergauf

 
Deutlich ist die Steigung zu erkennen
 


 
Analoger Anlagenbetrieb 2007/Intermodellbau Dortmund:

 
Die Tssd führt eine lange Garnitur sicher in der Rampe.
 
Am Haken: Pufferwagen - zwei lange aufgebockte G-Wagen - Pufferwagen - leeres Drehschemelpärchen - beladenes Drehschemelpärchen - gedeckter Schmalspur-Güterwagen.
 
Obwohl die durchfahrene Kurve nur gut 635 mm Radius aufweist, wirkt der Zugverband natürlich.
 



Digitalbetrieb 2011/Faszination Modellbau Karlsruhe:

Eine wiedererstarkte V 51 führt einen langen Güterzug aus zwei beladenen Drehschemelpärchen, drei Schmalspur-Güterwagen, einem Pufferwagen, zwei schweren Normalspurwagen auf Rollböcken und einem abschließenden Pufferwagen sicher über den ersten Brechpunkt

(alle Fotos dieses Beitrags: Team 750/Manuel Scholz,
Anlagenbau Manuel Scholz/Horst Gasthaus)

Dieser Artikel stand bisher unter der Rubrik "Landschaft und Gleis". Er wurde aktualisiert.
__________________________________________________________________

Seitenanfang

"Härtetest INTERMODELLBAU 2010" für die Glöckner-Weiche


Auf der INTERMODELLBAU 2010 war bei Team 750 ein neues, mit den seinerzeit gerade erst ausgelieferten Glöckner-Weichen ausgestattetes Modul
eingesetzt. Es diente bei dieser Veranstaltung nicht als Ladegleis mit eher mäßigem Verkehr, sondern als Umfahrung für Personenzüge, die an einem dahinter liegenden Haltepunkt endeten, und als Umfahrung für einen davor liegenden Gleisanschluß mit starkem Betrieb . Auch Kreuzungen von Güter- mit Personenzügen mussten hier erledigt werden - da kamen schon einige hundert Fahrten an den fünf Ausstellungstagen zusammen.




Einsatzsituation auf der INTERMODELLBAU: Links das Sandwerk, das nur einseitig angebunden ist und lebhaften Verkehr aufwies, rechts der Haltepunkt am Streckenende, an dem Züge planmäßig wendeten. Die Ausweiche musste benutzt werden für die Zu- und Abfahrten Sandwerk, für das Kreuzen ankommender Güterzüge mit abfahrenden Personenzügen und für das Umspannen der Lok bei wendenden Personenzügen. Links des hier gezeigten Ausschnitts ging die Trasse talwärts.

Die Glöckner-Weichen versahen ihren Dienst absolut klaglos. Im Bereich des Stellgestänges, das, Sie erinnern sich, für ein Serienmodell sehr filigran ausgeführt ist, gab es keine erkennbaren Veränderungen (Biegen, Knicken, Aufreiben des Stelldrahteingriffs...). Nicht ein einziges Mal entgleiste Rollmaterial auf den Weichen, auch BEMOs Dreiachser, Rollböcke und Rollwagen, teils recht schwer beladen (mit echtem Sand aus dem Sandwerk), hatten keine Probleme. Auf den Weichen lief Rollmaterial von BEMO, GI, GK, Panier, Roco, Spieth, Schlosser, Stängl, technomodell und Weinert - möglicherweise habe ich hier noch ein, zwei Fabrikate vergessen. Stromabnahmeprobleme: Fehlanzeige, auch bei kurzen und leichten Zweiachsern!

Angetrieben wurden die Weichen mit Conrad-Weichenantrieben mit Herzstückpolarisierung.

Insgesamt handelt es sich also bei Glöckners Weiche nicht nur um ein Modell mit bestechendem Aussehen und durchdachten konstruktiven Details, sondern auch um ein unproblematisches, betriebssicheres Produkt, das Appetit auf mehr macht.

Dieser Artikel stand bisher unter der Rubrik "Landschaft und Gleis". Er wurde geringfügig aktualisiert.
__________________________________________________________________

Die V 36 4802 von Modellbau Veit im Betriebsalltag

Nur zwei Exemplare hatte die DR 1960/61 gebaut und anschließend mit unbefriedigendem Ergebnis im Betrieb erprobt.

Modellbau Veit hat sicherlich erheblich mehr Fahrzeuge an die verwöhnte Kundschaft ausgeliefert, und eins der auffallend blau lackierten H0e-Modelle versah denn auch kurz nach Auslieferung des Modells auf der Ausstellungsanlage des Team 750 auf der INTERMODELLBAU 2012 in Dortmund Dienst.






Schmuck sieht  es aus, das H0e-Modell der Diesellok der DR-Baureihe V 36 K, die die Schmalspur-Dampftraktion in der DDR beenden sollte.

Das DR-Vorbild erwies sich als Flop und  kam über das Erprobungsstadium nicht  hinaus - wie schlägt sich das Modell von Modellbau Veit im Anlagenbetrieb?

(Modellfoto: Modellbau Veit)



Mit seiner ungewöhnlichen Lackierung, seiner imposanten Länge (fast 140 mm) und seiner „Krokodil“-Konstruktion gehörte die V 36 4802 zu den Blickfängen auf der ausgedehnten Anlage und provozierte viele Besucherfragen – willkommene Nebeneffekte des Neuheiten-Auftritts.

Viel mehr interessierte uns, wie sich die Maschine im rauen Ausstellungs-Dauerbetrieb schlagen würde. Nun: Das Fazit war, am Vorbild gemessen, niederschmetternd. Tatsächlich stellte das Modell unter Beweis, dass es auch unter den gegebenen schwierigen Bedingungen – lange Züge in langer Steigung, schwere Regelspur-Waggons mit Sandladung auf Rollböcken – keine Wünsche offen ließ und sich über alle Geschwindigkeitsbereiche von Schritt- bis (wohltuend niedrigem) Höchsttempo feinfühlig fahren ließ.

Unter dem Strich: Nach fünf Tagen Dauerbetrieb sah das Modell aus wie ladenneu, und Mucken hat es zu keiner Zeit gezeigt. Nicht nur für die Vitrine, auch für den Betriebsbahner ist die V 36 4802 uneingeschränkt zu empfehlen.


Die 7 x 20 m große Modulanlage des Team 750 auf der INTERMODELLBAU 2012 mit ihren
drei Steigungsstrecken-Abschnitten - ein echter Prüfstein für die Neue...

__________________________________________________________________


Seitenanfang