Seite neu eingefügt: 13.06.2013

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In loser Folge wird hier ein Schmalspur-Modul gebaut oder renoviert, ein Diorama gestaltet, dann vielleicht "nur" eine komplexe Szenerie komponiert. Jedenfalls sollen die Entstehungsschritte hier von der Idee bis zum fertigen Ergebnis in Text und Bild vorgestellt werden.

Modulbau, Dioramenbau, Modell-Ausgestaltung - sicher doch auch etwas für Sie?

Ich baue hier zwar in meiner "Stammbaugröße" H0, die meisten hier gezeigten Techniken und Ideen lassen  sich aber sicher auch in anderen Baugrößen verwerten.

Ein Diorama für die nächsten Modellfotos

Eine Fingerübung

Hin und wieder soll ein Modellfoto meinen Website-Text ergänzen, auflockern oder verdeutlichen. Nichts leichter als das: Kamera raus, aufs Stativ – und dann? Wo? Welches Licht? Und wie arrangiere ich alles so, dass ein ansprechendes Foto dabei herauskommt? Jedesmal die gleichen Fragen...

Das soll jetzt anders werden: Ein Schaustück muss her, eins, auf dem sich Normalspur- und Schmalspur-H0-Eisenbahnmodelle ebenso gut ablichten lassen wie H0-Straßenfahrzeuge. Ausreichend Länge, genügend Tiefe und ein natürlich wirkender Hintergrund müssen sein, und am besten hängt alles an der Wand über dem Schreibtisch, auf dem sich dann das Stativ aufstellen lässt – so einfach kann ein Lastenheft sein.

Zu den Details: Straße im Vordergrund, vielleicht mit ein wenig Steigung und Gefälle, dann ein Entwässerungsgraben, dahinter die eben verlaufende Bahnstrecke. Nebenbahn, versteht sich.

Ein Normalspur- und ein Schmalspurgleis unmittelbar nebeneinander fanden und finden sich recht selten draußen vor der Stadt, also bietet sich ein Dreischienengleis an. Die Straße im Vordergrund darf ruhig eine 1950er Landstraße sein, gepflastert, nicht asphaltiert, und leicht gewölbt – so etwas gab es auch noch vereinzelt in den späten 1970er Jahren in der BRD.

Rund einen Meter Länge und zwanzig Zentimeter Tiefe soll das Ganze dann endgültig aufweisen – genug Platz, um nicht immer vor der selben Stelle des Hintergrundes zu fotografieren. Und ordentlich ausgestaltet soll es sein...

Dann kann ich ja auch gleich einen „Wie-baue-ich-Beitrag“ draus machen!

Aber halt, eins noch vorab: Nicht alles verwendete Material ist „klassisch richtig“. Als Unterbau hält ein Leimholzbrett her (das für einen Anlagenunterbau nicht taugt, weil es sich gern verdreht), und statt eines originalen Dreischienengleises (Tillig, Hobby-Ecke Schuhmacher...) betreibe ich Resteverwertung: Aus einer Materialübernahme wegen Baugrößenwechsels liegen bei mir seit fast 20 Jahren zwei Längen Shinohara-Gleis mit rund 1,8 mm hohem Schienenprofil (Code 70), die ich für einen gemischten NEM–RP-25–Betrieb nicht nutzen kann. Dafür wirkt das niedrige Gleis auf Modellfotos deutich vorbildnäher als Code-83-Gleis. Also werde ich in das Normalspurgleis ein Schienenprofil aus dem zweiten Metergleis einlegen. Dass dabei die Kleineisennachbildung auf der Strecke bleibt, nehme ich in Kauf.

So ungefähr soll es einmal aussehen:

Vor dem direkt an der Wand befestigten Hintergrund liegt - mit einigem Abstand wegen der besseren Perspektivwirkung und zur schattenfreien Hintergrundausleuchtung - der Bahndamm mit dem  Dreischienengleis. Dann folgt der Entwässerungsgraben, und im Vordergrund liegt die Landstraße als Catwalk für Straßenfahrzeuge oder Figurengruppen.

Die Zeichnung ist in der Tiefe annähernd maßstäblich, die Länge des Fotodioramas wird etwa die fünffache Tiefe sein.

 
Zunächst eine (unvollständige) Materialliste:

Besagtes Leimholzbrett (etwa 100 x 20 cm) und zwei Konsolen zum Anschrauben an die Wand, ein dünnes Sperrholzbrett (ca. 100 x 40 cm) zum Aufziehen des Hintergrundes, eine 1 m lange Leiste, damit das Leimholz sich nicht ganz hemmungslos drehen kann, Styropor oder -dur in 10 und/oder 20 mm Stärke, Kork für den Bahnkörper, Gips, dunkle Abtönfarbe(n), Holzleim (ich bevorzuge Ponal, den ohne "express"), Balsaholz 1 oder 1,5 mm stark, das Dreischienengleis (zum Selbstanfertigen auch noch Spurlehren), Schotter, Streumaterial, Grasfasern und weitere Deko nach Bedarf. Ein paar Schrauben und Dübel sollten auch greifbar sein.

Der Werkzeugaufwand hält sich auch in Grenzen: Schrauber, diverse Pinsel, ein Gummitopf zum Gipsansetzen, kleine Spatel (oder vielleicht auch zweckentfremdete Kaffeelöffel) zum Gipsmodellieren, ein Abbrechklingenmesser, ein Stahllineal, vielleicht ein Paar Schraubzwingen – und fürs elektrostatische Begrasen ein Begrasungsgerät oder zumindest die einfache, aber wirkungsvolle NOCH-Gras-Spritzdose zum Grasaufbringen.

Zurück vom Einkauf:

Leimholz  in 1 m Länge führt der Baumarkt um die Ecke nicht, 800 und 1200 mm sind im Angebot - also zum längeren gegriffen und gleich auch an Breite zugelegt auf 30 cm (25  gibts auch  nicht), denn auf dem Baumarktgang kam mir eine meiner auch von mir gefürchteten spontanen Ideen...

Holz und zwei schlichte weiße Stahlblechkonsolen (Winkel würd man sie woanders nennen...) mit je 25 kg Tragfähigkeit haben das Budget mit 6,27 € belastet  - geht doch...

Erste Schnitte:

Das Shinohara-Gleis ist genau einen Meter lang, und da das Diorama nie mit einem Modul oder einem anderen Diorama zusammengefügt werden soll, lasse ich dem Grundbrett etwas mehr als einen Meter Länge, und die Vorderkante wird mit einer "horizontalen Geländestruktur" zugerichtet. Klingt hochtrabend,
bedeutet aber nur, dass die Kante nicht gerade, sondern ein wenig geschwungen gesägt wird. Wozu das gut ist? Nun ja, spontane Idee halt...

Etwas mehr als die ursprünglich angepeilten 20 cm Tiefe werden auch belassen - das Plus verteilt sich auf die Tiefe hinter dem Gleiskörper, den Grünstreifen zwischen Straße und Graben und das Grünland im Vordergrund und kommt den Gestaltungsmöglichkeiten zugute. Wie hieß es doch im Text zur Zeichnung: "So ungefähr..."


>>>wird fortgesetzt<<<